Kapitel 6 – Der erste Telefonsex

Leseprobe

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Zurück aus dem Urlaub und Laura war traurig. Sie vermisste doch tatsächlich diesen Möchtegern-Casanova, anstatt froh darüber zu sein, nicht als weitere, anonyme Kerbe in dessen Bettpfosten zu enden. Ich war so stolz auf sie, als sie mir von ihrer Standhaftigkeit erzählte und ihrer Weigerung, jemals einem One-night-stand zu erliegen.

Einige Tage später erhielt sie eine WhatsApp von Casanova – sie hatte ihm doch tatsächlich ihre Telefonnummer gegeben – unfassbar, es war nicht zu glauben. Schlagartig sank der Wert meines Stolzes im Bezug auf ihre Standhaftigkeit und stieg das Gefühl, der eigenen Unzulänglichkeit. Hatte ich etwas falsch gemacht, wurde ich gar langweilig für sie? Nicht auszudenken, wenn sie mich irgendwann gegen einen Freudenspender aus Fleisch und Blut austauschte und ich in ihrer Nachttisch-Schublade mein restliches Dasein fristen musste.


Oh, Laura. Wir hatten doch bisher eine so schöne Zeit, wer braucht da einen Mann aus Fleisch und Blut?
 

Kaum hatte sie ihm geantwortet, läutete das Telefon. Casanova säuselte meiner Laura Dinge ins Ohr, die sie mir leider nicht verraten wollte. Sie vereinbarten dann eine Uhrzeit für ein weiteres Telefonat und aus heutiger Sicht muss ich meine Meinung im Bezug auf diese Urlaubsbekanntschaft gründlich revidieren, denn was dann an den folgenden Abenden in unserer Wohnung abging, konnte ich mir selbst in meinen kühnsten Träumen nicht erhoffen. Das beste dabei war aber, dass ich einer der Hauptdarsteller sein durfte.

Laura traf Vorbereitungen für das geplante Telefonat und ich staunte nicht schlecht, als sie es sich im sexy Negligé auf der Couch bequem machte. Zuvor hatte ich noch frische Batterien erhalten und nun warteten wir sehnsüchtig auf Casanova’s Anruf. Nach gefühlt endlos langer Wartezeit kam das ersehnte Läuten.

Hi, hast Du es Dir schön bequem gemacht?“

Hoppla, Casanova kam gleich zur Sache. Ob das gut gehen würde?


Ich hatte Dir doch von meiner sexuellen Phantasie des Dom und seiner Sub erzählt. Lass mich Dein Dom sein, und Du wirst sehen, wie schön es ist, devot zu sein.“

Wow, das war harter Tobak. Wie konnte sich meine toughe Laura auf ein solches Ansinnen einlassen? Ich war sprachlos und trotzdem gespannt auf Laura’s Reaktion.

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© Carina di Voglia

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